(3) Praxis-Website: Was darf in den Praxis-Blog?

Ein guter Blog zeigt Ihre Expertise und gibt für Patienten relevante Informationen. Auf Praxis-Websites können Blogartikel aufgrund vieler Vorschriften zu einem Minenfeld werden. Wie lässt sich ein Praxis-Blog rechtskonform gestalten? Wir zeigen sieben häufige Fehlerquellen und wie Sie diese vermeiden:

1 Anpreisung Ihr Blog sollte sich nicht vorwiegend um Ihre eigene Person drehen. Superlative wie „der beste Arzt auf dem Gebiet“, oder besonders hervorgehobene Schlagworte als Blickfang, wie „Spezialist“ sollten Sie vermeiden oder mit überwiegend sachlichen, zutreffenden und verständlichen Inhalten kombinieren. Unser Tipp: Nutzen Sie Adjektive sparsam und zweckmäßig. Auf diese Weise beugen Sie anpreisender Imagewerbung vor.

2 Irreführung Alle im Blog getroffenen Aussagen müssen richtig, eindeutig und klar formuliert sein. Informationen sind nur zulässig, soweit sie wahr, berufsbezogen, sachgerecht und für den Patienten verständlich sind. Lesen Sie einen fertigen Blog-Beitrag vor der Veröffentlichung kritisch durch. Auf keinen Fall sollten Sie:

  • Nebenwirkungen oder Risiken verschweigen
  • Wissenschaftlich umstrittenen Aussagen treffen
  • Werbung mit fachlich umstrittenen Meinungen machen, ohne die Gegenmeinung zu erwähnen
  • Wahre Sachverhalte verschweigen
  • Mit unklaren Bezeichnungen werben, die z.B. mit einer schwieriger zu erwerbenden Fähigkeiten verwechselt werden können
  • Behandlungserfolge garantieren

3 Vergleiche Ob konkret oder subtil – vergleichende Aussagen sind unzulässig. Meiden Sie es, räumlich oder namentlich Bezug zu Kollegen zu nehmen und abwertende subjektive Aussagen über andere Mediziner zu treffen, selbst wenn Sie diese nicht konkret benennen.

4 Meldepflichtige Krankheiten Nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Krankheiten oder durch meldepflichtige Krankheitserreger verursachte Infektionen dürfen Sie nicht für Werbung und damit nicht als Blog-Themen nutzen. Das gilt auch für Suchkrankheiten. Ausgenommen von dieser Regel ist lediglich die Nikotinabhängigkeit.

5 Selbstverständlichkeiten Eigenschaften einer Leistung, die notwendigerweise zu deren Wesen gehören oder gar gesetzlich vorgeschrieben sind, sollten im Blog nicht besonders hervorgehoben werden.

6 Produkte und gewerbliche Tätigkeiten Werbung für eigene oder fremde gewerbliche Tätigkeiten oder Produkte im Zusammenhang mit der ärztlichen Tätigkeit ist unzulässig.

7 Selbstdiagnose Bei Ausführungen zu Krankheiten ist Vorsicht geboten, wenn diese den Leser zu einer Selbstdiagnose und Selbstbehandlung verleiten könnten.

Erlaubt ist…

… Werbung mit wissenschaftlichen oder fachlichen Veröffentlichungen sowie mit Hinweisen darauf, sofern damit keine Empfehlung verbunden ist
… die Verwendung von fremd- und fachsprachlichen Bezeichnungen
… die Darstellung von Krankheiten, Wirkungsvorgängen, Vorher-Nachher-Vergleichen außerhalb der plastischen Chirurgie und Krankengeschichten, sofern kein empfehlender Charakter entsteht

Wir unterstützen Sie gerne dabei, passende Themen für Ihren Blog zu finden und diese verständlich aufzubereiten. Melden Sie sich einfach bei uns! Wir haben Ihnen wichtige rechtliche Vorgaben für die Praxis-Website in dieser Checkliste zum Download  zusammengefasst.

Disclaimer: Dieser Blogartikel ersetzt keine Rechtsberatung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Autorin: Ronja Mößbauer
Brauchen Sie Unterstützung bei Ihrer Praxis-Website, schreiben Sie uns gerne an: info@urbach-pr.de

2018-11-08T13:18:06+00:00