(2) Praxis-Website: Rechtskonform formulieren

„Unsere Methoden garantieren Behandlungserfolge“ – Versprechen wie dieses hören sich toll an und würden viele neue Patienten bringen. Trotzdem finden sich solche Sätze auf keiner Praxis-Website. Das hat einen simplen Grund: Die Formulierung ist illegal. So formulieren Sie richtig:

Auf der Goldwaage Das Heilmittelwerbegesetz und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb legen fest, welche Inhalte auf eine Praxis-Website dürfen – und welche nicht. Um hohe Bußgelder zu vermeiden, können Sie sich an vier U‘s orientieren: Inhalte sind unzulässig, wenn sie unwahr, unsachlich, unwürdig und unseriös sind. Und noch mehr: Vergleichende, täuschende, zur Täuschung geeignete, anpreisende oder primär auf einen Werbeeffekt abzielende Aussagen sind nicht erlaubt. Das Gleiche gilt für irreführende Erfolgsversprechen. Ein paar Beispiele:

„Machen Sie einen Termin aus beim besten Zahnarzt in ganz Berlin.“ >> Diese Aussage ist vergleichend, anpreisend und stark werbend. Besser: Zeigen Sie Ihre Expertise subtil, z.B. durch aufklärende und aktuelle Blogartikel.

„Willkommen im Zentrum Ihrer Gesundheit.“ >> Vorsicht: Falls die Praxis nicht mehrere Ärzte und Fachgebiete umfasst, ist dieser Satz nicht erlaubt. Bei einer kleinen Praxis ist die Aussage täuschend, denn sie suggeriert Größe. Gleiches gilt für Worte wie „Institut“, „Tagesklinik“, „Ärztehaus“ und „Gesundheitszentrum“. Besser: Willkommen in der Praxis XY. Wir kümmern uns um Ihre Gesundheit.

„Nach der kompetenten Beratung und Behandlung durch unseren Facharzt haben Sie nie wieder Beschwerden.“ >> Das ist ein Erfolgsversprechen, das keiner einhalten kann… Besser: Ihre Gesundheit ist unsere Motivation. Mit einer kompetenten Beratung und Behandlung gehen wir Ihren Beschwerden auf den Grund.

„Bei uns geht´s auch ohne OP.“ >> Versteckte Vergleiche sind unzulässig. Besser: Wir beraten Sie gerne ausführlich zu Behandlungsalternativen.

„Der Spitzenmediziner Dr. Mustermann ist für Sie da.“ >> Besonders hervorgehobene Schlagworte, wie „Spitzenmediziner“, „Spezialist“ oder „Toparzt“ sind nur dann zulässig, wenn sie mit überwiegend sachlicher, zutreffender und verständlicher Information kombiniert werden. Besser: Nutzen Sie alternativ die Formulierung „Facharzt für XY“, falls diese Bezeichnung zutrifft.

„Bei uns werden Sie bestens versorgt…“ >> Diese ist eine nichtssagende und reklamehafte Aussage, die Sie nicht treffen sollten. Besser: Bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich versorgen wir sie kompetent und umsichtig.

Es kommt also auf die richtigen Worte an. Welche konkreten Formulierungen zu den schwarzen Schafen zählen, entscheidet im Zweifelsfall ein Richter. Wir haben die rechtlichen Vorgaben für die Praxis-Website in dieser Checkliste zum Download für Sie zusammengefasst.

Disclaimer: Dieser Blogartikel ersetzt keine Rechtsberatung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Autorin: Ronja Mößbauer
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2018-11-08T13:20:56+00:00